Wenn Zicken bedienen …

Heute Mittag beim Essen sitzt ein niederländischen Ehepaar, die sich irgendwie in das schwule Restaurant verirrt haben, und irgendwie nicht kapiert haben, wo sie hier eigentlich sind.

Ober: (ihr erinnert Euch – der Schreihals der mal ganz gerne in den Raum brüllt „2QT is back“) Sie möchten bestimmt das Tagesgericht.
Frau: Ja. Woher kommt Sie das wissen?
Ober: Weil Sie Holländerin sind, und Holländer NUR das preiswerte Tagesgericht bestellen.
Frau: ???

…. kurze Zeit später.

Ober: Hier (schmeisst das Essen auf den Tisch). Und zu Trinken wollen sie bestimmt Leitungswasser (in Frankreich ist es üblich zu jedem Essen kostenlos Leistungswasser zu erhalten). Weil Graaaatis. (dehnt über Gebühren das Wort – und versucht die niederländische Sprache nachzuahmen)
Frau: (kleinlaut) ja bitte ….

Es folgten noch ein paar Unverschämtheiten, die die beiden aber nicht wirklich verstanden haben. Holländer ist bei Franzosen dafür verschrien, nur „Tagesgerichte“ zu essen, kein Geld für Getränke auszugeben und nur mit Wohnwagen in Frankreich aufzutauchen, und sämtliches Essen und Verpflegung mitzubringen, statt in Frankreich zu kaufen.

Nun ist Paris nicht Frankreich. (Ich erwarte die geografische Zurechtweisung aus der schönen Schweiz) Und Pariser sind nun nicht gerade dafür bekannt, die Liebenswürdigkeit in Person zu sein, und irgendwie hat man manchmal das Gefühl Touristen zu verarschen ist hier sowas wie Volkssport.

13 Reaktionen zu “Wenn Zicken bedienen …”

  1. soli

    ich muss ja an dieser stelle zugeben, ein freund französischer restaurants zu sein. das hat mitunter den profanen grund, dass es die menüs gibt. (das kostenlose wasser will man natürlich auch nicht ausschlagen ;-))

  2. soli

    nachtrag:

    wo man hier gerade über französisches essen redet: besonders hervorheben möchte ich das kleine malerische, in der provence gelegene, küstenstädtchen cassis (am cap carnaille) mit den schönen calanques… ich muss zugeben, selten so gut gegessen zu haben 🙂

    außerdem ist die stadt an sich reizvoll 🙂 und doch, lieber 2qt, einen wochenendtrip wert 😀

  3. 2QT

    ach. und sicher ist dem herrn der schwulenstrand dort völlig “ entgangen“? 🙂

  4. spirea

    Holländer fordern es aber auch heraus verarscht zu werden. 😉 Das hat vermutlich wenig mit der etwas gewöhnungsbedürftigen Mentalität der Pariser Bevölkerung zu tun.

  5. soli

    mein frenchie hat selbigen zwar erwähnt, aber der reiz ihn zu besuchen fiel aufgrund des wetters flach… es war zwar angenehm warm, aber nicht mehr warm genug, sich dementsprechend darzubieten 😉

  6. 2QT

    Kannst Du „darbieten“ mal bitte definieren?

  7. soli

    half naked in the sun 😉

  8. 2QT

    nur halb? da ist ohne angesagt.

  9. soli

    da hatte ich ja glück, dass es nicht mehr warm genug war 😉

  10. tonja

    ist es in paris auch üblich erst nachdem man das essen bekommen hat was zu trinken zu bestellen? (;

  11. Olli

    na der ist ja böse

  12. makkabaeus

    An niederländischen Touristen hat ganz Europa noch nie was verdient. Die eher den Deutschen nachgesagte Eigenschaft, nämlich sämtliche Lebensmittel und andere Notwendigkeiten mit in den Urlaub zu nehmen, ist bei den Niederländern noch ausgeprägter. Man darf den Parisern dazu gratulieren auf solch spendable Niederländer getroffen zu sein. (Wahrscheinlich war deren Pausenbrot schon verspeist.)

  13. 2QT2BSTR8 » Blog Archiv » Homosexuelle am Rande des Nervenzusammenbruchs?

    […] Ich selber habe mich ja nun dabei erwischt, dass es mir zu schaffen macht. Man wird älter, und bei mir droht der 41. Geburtstag. Was mir persönlich zusetzt, sind zum Beispiel Szenen in Saunen oder ähnlich Cruisingplätzen. Eine Menge ältere Männer laufen da rum, und versuchen irgendwie nochwas “abzubekommen”, bieten teils Geld, teils die übelsten Praktiken um noch “irgendwas zu erreichen”. Mir geht dabei immer durch den Kopf – “So will ich nicht enden” – und das macht mir Angst. Aber, daraus o.a. Konsequenzen zu ziehen? Ist das ein “schwules” Problem? Macht “nur” uns das “Älterwerden” solche Probleme? Scheiss Tag heute – ich komme ins Grübeln. […]

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